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Gemeinschaftspraxis für Radiologie, Neuroradiologie und Nuklearmedizin
Dr. Ottmar-Kohler-Str. 4
55743 Idar-Oberstein

Praxisgebäude. Priv.-Doz. Dr. Dietz. Wartebereich 1. Anmeldung. Kernspin. CT. Röntgen.

Vielen Dank für Ihr Interesse! Sie sind unser Besucherzaehler Besucher seit 2008.

letzte Seitenaktualisierung: 20.06.2018

Infos für Arzt und Patient

Hier finden Sie bzw. Ihre überweisende Ärztin oder Arzt wichtige Informationen zu unseren Untersuchungen. Diese werden regelmäßig aktualisiert.
Wir haben diese Informationen in leicht verständlicher Weise verfasst, damit nicht nur Ihr Arzt / Ihre Ärztin, sondern auch Sie als Patient sie verstehen können.

esur2018n

Iodhaltige Kontrastmittel sind längst nicht so nie- renschädlich (nephrotoxisch) als bisher angenom men. Das bedeutet, daß seit der neuesten Aktua- lisierung der Richtlinien der ESUR im März auf dem 

Europäischen radiologischen Kongress weit niedrigere Nierenfunktionswerte bei der Anwendung iodhaltiger Kontrastmittel toleriert werden dürfen als bisher. Ab sofort gilt eine Untergrenze der eGFR von 30 ml/min./1,73 m2, nicht mehr, wie bisher 45. Es reicht hierzu die MDRD-Formel, lediglich bei akuter Nieren- insuffizienz sollte die eGFR nach CDK-EPI herangezogen werden. Für Sie als Patient bedeutet das eine deutliche Vereinfachung der Untersuchungsbedingungen.
Metformin muss nicht mehr pausiert werden wie dies früher noch der Fall war. Auch dieser Umstand vereinfacht die CT-Untersuchung für Arzt und Patient.
Weiterhin stellen auch frühere relative oder absolute Kontraindikationen gegen eine

Infos für Arzt und Patient.

Kontrastmittelgabe kein Problem mehr dar wie Einzelniere, Z.n. Nierentransplantation, Plasmozytom oder MGUS. Bei Dialysepatienten, die noch eine eine Restfunktion haben (z.B. keine Trinkmengenbeschränkung) kann es zum Erhalt dieser Restfunktion sinnvoll sein, auf das Kontrastmittel zu verzichten, um diese Restfunktion nicht zu gefährden. Haben die Nieren keinerlei Funktion mehr, ist eine Kontrastmittelgabe unbedenklich, da das einzige Organ, das potentiell geschädigt werden könnte, funktionell nicht mehr vorhanden ist. Daher muss auch keine außerplanmäßige Dialyse direkt nach der Kontrastmittelgabe mehr durchgeführt werden. Auch diese Neuerungen vereinfachen die gesamte Untersuchungsplanung. Lediglich bei Nierentransplantierten mit eingeschränkter Transplantatfunktion sollte der betreuende Nephrologe bezüglich einer evtl. Kontrasmittelgabe zu Rate gezogen werden.

Röntgenübersicht.

Oben Beispiel Nr. 1: Patient mit Z.n. Rohheitsdelikt (Schlag auf das linke Auge), starke Schwellung und Hämatom. Kein Orbitaemphysem, kein Spie- gel in der Oberkieferhöhle, kein eindeutiger Frakturnachweis bei etwas asymmetrischem Canalis infraorbitalis.

Schädel a.p.
Schädel seitlich.

Schädel-Röntgen zum Frakturausschluss (Schädelprellung / SHT) nicht mehr indiziert.
Eine wichtige Indikation für Schädel-CTs ist das adäquate Trauma. Ob Sturz oder Rohheitsdelikt, oft noch werden diese Traumata mit konventionellem Röntgen (Schädel in zwei Ebenen) abgeklärt, mit der Folge, daß nicht selten eminente Verletzungen übersehen werden können. Auch kleine Frakturen können schwere Folgen haben: bei nicht dislozieren Kalottenfrakturen kann es dennoch zur Zerreissung von intrakraniellen Blutgefäßen kommen mit der Konsequenz subduraler oder epiduraler Blutungen. Diese Frakturen bleiben aber oft im Übersichtsbild stumm angesichts der zig sich überlagernden Linien im Summationsbild. Junge Patienten mit Zustand nach Schädeltrauma sind nicht selten alkoholisiert, sodaß klinische Zeichen einer Vigi- lanzminderung wie z.B. bei einer intrakraniellen Blutung, maskiert sein können. Eine Blow-Out Fraktur der Orbita führt nicht selten zu Doppelbildern wegen der Einklemmung von Augenmuskeln - doch was, wenn das Auge so zugeschwollen ist, daß dieses klinische Zeichen nicht zutage tritt? Es sollte daher bei einem adäquaten Trauma immer eine CT durchgeführt werden. Die Strahlenexposition ist zwar etwas höher als beim Schädelröntgen, die Informationsausbeute aber exorbitant höher.

CT transversal.

Links: In der CT erkennt man die deutliche Blow- Out Fraktur der Orbita: zum einen nach medial ins Ethmoidalsystem (blauer Pfeil) und zum anderen die dislozierte, breitflächige Orbitabo- denfraktur (rote Pfeile). Siehe auch Bild unten (koronare Rekonstruk- tion).

Links, unten links und unten rechts Beispiel Nr. 2: Patient mit Z.n. Sturz auf den Hinterkopf. Das Röntgenbild des Schädels ist unauffällig.
In der Computertomo- graphie ist die nicht dis- lozierte Fraktur des Os occipitale rechts gut erkennbar.
Glücklicherweise kam es nicht zu einer Einblutung

Coronare Rekonstruktion.

ins Gehirn. Der weiße Pfeil markiert die Frakturlinie, der rote Pfeil zeigt das Hämatom in den occipitalen Weich- teilen.
Diese beiden Beispiele mögen verdeutlichen, welche wichtigen und teils lebenswichtigen Befunde beim bloßen Schädel-Röntgen übersehen werden können.

CT transversal.

CT und Schilddrüsenfunk- tion
Da bei vielen CT- Untersu- chungen i.-v.-Kontrastmittel be- nötigt werden, welche jodhaltig sind, sollte die Schilddrü- sensituation des Patienten bekannt sein. Bei einer latenten Hyperthyreose (Überfunktion) kann rechtzeitig eine Blockie- rung der Schilddrüse mit Irenat® vor und nach der CT erfolgen, bei manifester Hyperthyreose oder unklarer Schilddrüsensitu- ation darf kein Kontrastmittel verabreicht werden. Wir benötigen also vor einer CT, bei der Kontrastmittel gegeben werden sollte, das TSH.

Anamnestische Angaben über eine “Jodallergie
Meist handelt es sich um äußerst obskure Reaktionen z.B. auf topisch (Jodsalbe, steriles Abwaschen) angewandtes Jod aus früheren Jahren oder eine Art Flush (Erröten) oder Kreislaufreaktionen nach Kontrastmittelgabe zu den Zeiten der frühen Generationen der ionischen Kontrastmittel. Eine anamnestische Hautreaktion auf molekulares Jod ist nicht automatisch gleichzusetzen mit einer KM-Allergie.
Sie können uns unterstützen, indem Sie in alten Befunden über evtl. Kontrastmittelreaktionen nachsehen. In vielen Fällen ließe sich so vermeiden, daß wegen einer unklaren allergischen Reaktion vorsichtshalber auf das Kontrastmittel verzichtet werden muß.
Eine kurzfristige Wärmeempfindung, Harndrang, metallischer Geschmack sind während der KM-Gabe normal und nicht als unerwünschte Nebenwirkung oder gar Allergie zu verstehen.

Röntgen Nasennebenhöhlen nicht mehr indiziert.
Bei hinreichendem Verdacht auf einen Prozeß an der Nasenhaupthöhle oder den Nasennebenhöhlen darf nur noch ein NNH-CT durchgeführt werden. Folglich werden konventionelle Bilder der NNH nicht mehr erstattet. Die Strahlenexposition ist aufgrund der hier üblichen low-dose Technik gering. Alternativ kann bei Kindern auch eine MRT der Nasennebenhöhlen angewendet werden, die Auflösung der knöchernen Strukturen ist allerdings manchen HNO-Ärzten nicht ausreichend. Am besten besprechen dies die Eltern im Zweifel mit dem behandelnden Arzt.

Herzschrittmacher verboten.

Großes Thema: MRT (Kernspintomographie) und Herzschrittmacher.
Bis vor wenigen Jahren galt ein ehernes Gesetz: niemals darf ein Patient mit einem Herz- schrittmacher ins MRT. Seit einiger Zeit ist dieses strikte Verbot relativ geworden. Es gibt seit wenigen

Jahren Schrittmacher, die vom Hersteller als “bedingt MRT-tauglich” klassifiziert werden. Die Träger dieser Schrittmacher dürfen unter Einhaltung bestimmter Bedingungen ins MRT. Welche Bedingungen dies sind, steht im Implantatpass, den jeder Schrittmacherträger nach der Implantation (Einpflanzung) ausgehändigt bekommt. Ist eine Unter- suchung im MRT also wirklich notwendig, so kann diese heute u.U. bei geeigneten Schrittmachern durchgeführt werden. Hierzu ist eine enge Zusammenarbeit mit dem behandelnden Kardiologen und dem Radio- logen notwendig, denn der Schrittmacher muss kurz vor und kurz nach der Untersuchung beim Radiologen vom Kardiologen umprogrammiert werden. Wichtig ist auch, daß keine abgebrochenen Kabel von einem evtl. vorher implantierten Schrittmacher oder andere Implantate in der Nähe vorliegen.

Beispielbilder tlw. von: www.cox.at.

Röntgenbild mit Herzschrittmacher.

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